Wo kommt auf einmal das viele Geld her?

Jahrelang waren unsere Straßen, Rad- und Fußwege in einem bedauerlichen Zustand. Wenn man die Stoßdämpfer und die Lenkung nicht ruinieren wollte, war man gut beraten, sich die schlimmsten Schlaglöcher einzuprägen und ggf. Slalom zu fahren.

Mit dem Motorroller oder Motorrad war es stellenweise insbesondere bei Dunkelheit unverantwortlich halsbrecherisch.

Wechselte man in die Rolle eines Fußgängers oder Radfahrenden waren die Wege auch alles andere als eine Einladung.

Leider schien nie genug Geld da zu sein, um die Wege ansatzweise vernünftig instand zu setzen. Dann kam Corona und dann der Krieg in der Ukraine. Da war es verständlich, dass die Mittel knapp waren.

Und plötzlich scheint Hamburg von der reichen Tante bedacht worden zu sein oder ein Lottogewinn hat sich eingestellt, denn auf einmal tuen sich gleichzeitig an sehr vielen Stellen umfangreiche Straßenbaustellen auf, an die man früher nicht zu träumen wagte.

Wo kommen plötzlich das viele Geld und die Motivation her? Könnte es daran liegen?

Im vergangenen Jahr erhielt die Stadt Hamburg – wie die Mopo berichtete – vom Bund 16,5 Millionen Euro für die Pflege und den Ausbau ihrer Radwege. Obwohl Bayern mit 28,6 Millionen Euro und Nordrhein-Westfalen mit 19 Millionen Euro mehr Geld erhielten, liegt Hamburg beim Vergleich pro Kopf auf dem ersten Platz, da diese Bundesländer viel größer sind. Im Vergleich zu den Stadtstaaten Berlin und Bremen, die jeweils nur 2,2 Millionen bzw. 3,3 Millionen Euro erhielten, sticht Hamburg hervor. Verkehrssenator Anjes Tjarks betonte, dass das Geld ein gutes Signal für den Ausbau von neuen Radwegen sei. Er betonte die steigenden Bedürfnisse der Radfahrenden und die Notwendigkeit eines zusammenhängenden Radverkehrsnetzes, einer Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr und intelligenter Ampelschaltungen. Mit den Bundesfördermitteln wurden in Hamburg Projekte wie eine Ampel mit bevorzugter Grün-Schaltung für zu Fuß Gehende und Radfahrende sowie ein Zwei-Richtungs-Radweg in Harburg umgesetzt. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“, für das sich Städte und Kommunen beim Bundesamt für Güterverkehr bewerben müssen.

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