Verkehrswende gescheitert? Warum Carsharing und E-Scooter nicht die Lösung sind und auch nie waren:

Eine Verkehrsanpassung ist ein dringendes Anliegen für viele Menschen, aber bislang scheint sie nicht wirklich voran- oder besser gesagt: anzukommen. Eine der vielversprechendsten Ideen war es für viel, viel Geld, den Autoverkehr durch Carsharing- und E-Scooter-Angebote zu reduzieren. Doch diese Lösungen haben sich als hoch unprofitabel erwiesen und haben den Verkehr eher belastet als entlastet.

Der Bus kann nicht an seine Haltestelle, weil dort jemand seine „Verkehrswende“ abgestellt hat.
Die Idee hinter Carsharing und E-Scootern war, dass sie den Verkehr reduzieren und die Umwelt entlasten würden. Aber in der Realität wurden sie oft nur als „Funmobile“ genutzt, insbesondere von Jugendlichen, die damit herumfahren und sich amüsieren wollten. Die eigentliche Absicht, Bürotermine oder Einkäufe damit zu erledigen, wurde nicht erreicht, da die Fortbewegung unbequem und gefährlich war.
Darüber hinaus sind die Kosten für Carsharing und E-Scooter in den letzten Jahren stark angestiegen, was dazu geführt hat, dass die Meschen, für die diese eigentlich angedacht waren, auf Taxifahrten oder wieder aufs eigene Auto umgestiegen sind, da diese im Regelfall profitabler sind. Auf den Straßen findet man heute kaum noch die elektrischen Smart-Fahrzeuge von Car2Go oder die Mini-Cooper, die am Anfang günstig angeboten wurden. Viele Anbieter von Carsharing haben sich von der Elektromobilität abgewendet und bieten jetzt schwerpunktmäßig massige SUVs mit Verbrennungsmotoren an.
Auch die Elektromobilität hat sich beim Carsharing nicht durchgesetzt, da die Service- und Personalkosten für das Aufladen der Elektrofahrzeuge viel zu teuer sind. Es zeigt sich, dass eine Politik gegen Verbraucher und Bürger im realistischen Alltag einfach nicht durchsetzbar ist. Eine Verkehrswende erfordert eine umfassende Strategie und kann nicht mit schnellen Lösungen und Erziehungsmaßnahmen umgesetzt werden. Es wurde neuer Verkehr mit seinen Belastungen geschaffen, die man so bestimmt so nicht haben wollte. Paris hat sich inzwischen bekanntlich mit sehr hoher Stimmanzahl dagegen entschieden.
Ein Beispiel hierfür ist auch die Modellregion Hamburg, in der viele Unternehmen früher Carsharing- und E-Scooter-Angebote angeboten haben. Wo sind diese Firmen heute? Mercedes und BMW haben sich von ihren Angeboten getrennt und ihr Geschäftsmodell an Peugeot in Frankreich verkauft.
Die Verkehrswende erfordert eine umfassende Strategie, die alle Bürgerinnen und Bürger mitnimmt. Sie kann nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Wir müssen uns auf lange Sicht engagieren und nachhaltige Lösungen entwickeln, die eine gemeinsam positive Veränderung bewirken. Eine „Verkehrswende“ kann jedoch nicht durch schnell angedachte pauschale Lösungen umgesetzt werden. Alle müssen mitgenommen werden, was nicht von heute auf morgen realisierbar ist. Das viele Geld wäre besser in der Entwicklung von Großspeichern für regenerative Energie aufgehoben als in einer aussichtslosen Umerziehung der Bevölkerung.
Es wird deutlich, dass eine Politik gegen Verbraucher oder Bürger im Alltag einfach nicht durchsetzbar ist. Eine erfolgreiche Verkehrsanpassung erfordert daher Geduld, Planung und eine langfristige Strategie. Und bis dahin erfreuen wir Anwohnenden und vor allem die Senioren, Lieferanten und Gehandicapten uns der Resultate einer falsch angefassten Verkehrswende, die vor unseren Gehwegen liegen.
