Protest „Am Neumarkt“ in der ARD

Foto: NDR

Wandsbek, 27.5.2023

Fotos: Hermann Jahnke-Frömmrich

Liebe Nachbarn,

da alles andere – wie Sie wissen – bislang nicht wirklich weiter half (siehe andere Berichte auf dieser Website), protestierten wir heute öffentlich und der NDR war dabei. Vielen Dank, dass auch Sie teilgenommen haben und uns trotz der Urlaubszeit so zahlreich beim Sammeln der Unterschriften für unser amtliches Bürgerbegehren unterstützen. Wir sind friedliche Nachbarn, so wie du und ich. Aber nach den vielen unschönen und vermeidbaren Vorfällen konnte es so nicht weitergehen. Den Protest der Bürgerinitiative Eichtal Quartier können Sie gerne mittels des nachfolgenden Links nochmals in der offiziellen Film-Mediathek der ARD ansehen:

https://www.ardmediathek.de/video/hamburg-journal/wandsbek-baumfaellungen-aergern-anwohner/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS85MGJjNzdjZi1jZTIyLTQzYTAtYmJmNS02NGMwMmIyMzYzYjg

Wir Anwohnenden sind schockiert, wie man seitens der Bezirksverwaltung Wandsbek mit unseren Bäumen, unseren Parkplätzen und mit uns umzugehen gedenkt. Für was verlieren wir das alles? Für ein Plus an Sicherheit für uns Fahrradfahrende??? Nein! Solange die Gefahrenstellen an den Kreuzungsbereichen zur Kedenburgstraße und zum Nadelöhr Efftingestraße mit dem Schwerlastverkehr bleiben, wird der Radverkehr nicht sicherer (siehe die anderen Beiträge auf dieser Website). Es wird auch für zu Fuß Gehende nicht besser. Es fehlen Querungsmöglichkeiten gerade für Eltern mit Kinderwagen und Gehandicapte. Man kommt beispielsweise an der Bushaltestelle Kedenburgstraße nicht über die Straße, wenn nicht ein Autofahrender „Erbarmen“ mit einem hat. Es fehlt der Zebrastreifen.

Bislang hatten wir hier nach unserer Kenntnis glücklicherweise keine Unfälle, in die Radfahrende verwickelt waren. Das stellt sich auf dem Schulweg ab der Efftingestraße, die außerhalb des Umbaus liegt, leider ganz anders dar. Dort ist erst kürzlich ein Kind zu Schaden gekommen und es kam wohl zu einer Unfallflucht. Wen wundert es, dass dann immer mehr Eltern-Taxen unterwegs im morgendlichen Stau stehen. Das ist auch keine Lösung

Sicherer wird mit dem Umbau Am Neumarkt u. E. nichts, aber wir haben seit 2020 mind. 18 stattliche Bäume verloren und werden mit dem Umbau der Straße in Summe künftig über 90 Parkplätze verlieren. Das ist eine ganze Menge auf so einer kurze Strecke von unter 900 Metern.

Das Suchen nach Parkplätzen wird richtig dramatisch, wenn erst die neuen Wohnprojekte mit ca. 380 Wohneinheiten (Am Neumarkt 15) und das mögliche, neue Ligastadion (Am Neumarkt 40) mit über 1000 Tribünenbesuchenden in den unmittelbar nächsten Jahren fertig sind. Jeder von ihnen ist herzlich willkommen, aber wo werden alle parken? Sie werden in den engen Seitenstraßen endlos suchen, ohne einen Stellplatz zu finden. Das kostet nicht nur Treibstoff, saubere Luft sondern auch die Nerven aller Beteiligten.

Es müssen bessere Varianten her, die den Straßenverkehr wirklich sicherer machen, ohne so viele Parkplätze zu vernichten.

An diesem bitteren Beispiel des Abholzens unserer Bäume als sogenannte „Baumpflege“ kann die Bezirksverwaltung vielleicht lernen, wie es nicht geht. Es geht nicht, die zu übergehen, die letztlich das bezahlen und damit dauerhaft leben müssen, was sich eine Verwaltung ausgedacht hat.

Wenn Sie dem NDR schon kein Interview geben wollten, dann dennoch die Bitte: Wagen Sie mehr Demokratie. Sprechen Sie auf Augenhöhe mit uns. Wir leben in 2023. In früheren Zeiten wurden die Menschen mehr gehört und besser beteiligt. Warum jetzt nicht mehr? Wovor haben Sie Angst? Dass uns die überzogenen Umbaumaßnahme nicht überzeugt, bei der unsere Kinder und Senioren künftig auf der Straße neben den LKWs mit dem Rad fahren sollen? Nein, da haben Sie recht, das überzeugt uns nicht nur Am Neumarkt nicht. Auch dort, wo man schon in diesem Stil umgebaut hat, muss man sich nur mal eine halbe Stunde hinstellen und hingucken: Die Leute benutzen den neuen Fahrradstreifen auf der Straße nicht gerne, sie fahren lieber stattdessen auf dem Bürgersteig, möglichst weit weg vom Straßenverkehr.

Radverkehr sollte nicht nur von leidenschaftlichen Schnellfahrenden definiert werden, die den anderen das Tempo und die Art und Weise teils sehr rücksichtslos vorgeben wollen. Weil des leider zunehmenden an diesem Respekt fehlt, sprechen wir uns notfalls auch für eine angemessene Höchstgeschwindigkeit auf den Flanierwegen im Eichtalpark aus. Wo, wenn nicht dort, können Kinder spielen und Menschen die Erholung suchen? Wer es eilig hat oder eindrucksvolle Rennen fahren will, dem stehen die Straßen dafür zur Verfügung. Es ist traurig, dass man so was überhaupt erwähnen muss.

An die Politik: Vor Ort (nicht nur in Holland oder Dänemark) informieren, hingehen, zugucken, zuhören und miteinander reden und es nicht bei Lippenbekenntnisse belassen, davor muss man keine Angst haben. Wir sind Bürger wie du und ich. Wir führen nichts Böses im Sinne. Allerdings lassen wir uns auch nicht respektlos „veräppeln“.

Mit dem Zurückweisen unseres Bürgerbegehrens schaffen Sie keinen Beitrag zur Verbesserung des Vertrauens.

Die Straßenumbauten erzeugen überall in der Stadt Unfrieden und Ärger. Warum macht man das nicht gemeinsam? Eine Einladung an alle und zu Terminen, der nicht nur sehr aktive Gruppen mit ihren einseitigen Partikularinteressen folgen. Und dann vielleicht mal eine richtige Abstimmung mit allen Gruppen. Die Rodigallee, die Walddörferstraße, um nur die beiden exemplarisch zu nennen, warten darauf.

Obwohl wir unpolitische Nachbarn sind, so möchten wir dennoch Frau Dr. Nathalie Hochheim (CDU) und Herrn Finn Ole Ritter (FDP) Danke sagen, dass sie für Aufklärung der Vorfällen sorgen und aktiv ein Mehr an Bürgerbeilegung einfordern. Das müssten sie nicht tun, sie könnten sich auch wie andere auf ihren Mehrheiten ausruhen und uns hier am langen Arm verhungern lassen. Von den anderen – und vorallem von den verantwortlichen Parteien – ist hier niemand erschienen.

Ihre/eure
Bürgerinitiative Eichtal Quartier
Am Neumarkt 30
22041 Hamburg
kontakt@eichtalquartier.de
0 40 – 60 94 50 18
www.eichtalquartier.de

#rettetamneumarkt

Foto: Flyer Bürgergruppe/-initiative Eichtal Quartier

Das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative Eichtal Quartier:

Unser Bürgerbegehren befindet sich derzeit in der Unterschriftensammlung. Wir benötigen bitte Ihre Unterstützung. Insgesamt benötigen wir 6717 Unterschriften aus Wandsbek. Sobald 2239 gültige Unterschriften vorliegen, haben wir das erste Etappenziel erreicht und können einen möglichen, vorläufigen Baustopp erlangen und gemeinsam Alternativen umsetzen.

Anleitung zum Download:

Nachfolgend können Sie das Bürgerbegehren runterladen und ausdrucken (wir stellen Ihnen das Bürgerbegehren auch gerne in gedruckter Form zur Verfügung (unten nennen wir Stellen, an den das Formular bereitliegt oder schreiben Sie uns formlos eine E-Mail: kontakt@eichtalquartier.de oder rufen Sie uns an: 0 40 – 60 94 50 18). Falls Sie von uns keine Antwort in Ihrem Posteingang vorfinden, bitte dann regelmäßig im Spam-Ordner nachsehen. Gerne können Sie auch bei uns unter vorheriger telefonischer Terminabsprache unterschreiben oder wir kommen bei Ihnen vorbei. Wie Sie mögen. Wir werden unsere Unterschriftenlisten auch an verschiedenen Stellen zur Unterschrift öffentlich auslegen. Die Liste der Stellen werden wir unten auf dieser Seite laufend ergänzen und aktualisieren.

Falls Sie selbst ausdrucken:

Bitte beide Seiten des Bürgerbegehrens auf einem DIN A4-Blatt als Vorder- und Rückseite ausdrucken,

lesbar, vollständig und korrekt ausfüllen (die Eintragungen werden von der Verwaltung mit den Daten bei der Meldebehörde abgestimmt),

dann unterschreiben (vielleicht auch von Nachbarn unterschreiben lassen – bei mehr als 5 Unterschriften bitte weitere Ausdrucke beifügen).

Sodann bitte schnellstmöglich das ausgefüllte und unterschriebene Bürgerbegehren im Original (Kopien werden von der Bezirksverwaltung nicht anerkannt – und natürlich kann man deshalb das ausgefüllte Bürgerbegehren leider auch nicht per E-Mail-Anhang an uns zurückschicken)

als ausreichend frankierten Brief (i.d.R. 85 Cent) zu uns senden oder

direkt bei in unserem rund um die Uhr öffentlich zugänglichen Briefeinwurf:

„AM NEUMARKT 30″ einwerfen:

(die Briefkastenanlage befindet sich an dieser Anschrift direkt hinter der derzeit wegen der Stromarbeiten stillgelegten BUSHALTESTELLE KEDENBURGSTRASSE stadtauswärts, Scandinavien Center, neben dem Bistro „Zur Schrippe“, dort sind viele Briefschlitze. Unser Briefeinwurf ist der mit den leuchtend gelben Aufklebern mit dem Hinweis „Bitte keine Werbung“. Dieser befindet sich in der 4. Reihe, 6. Briefschlitz, also tendenziell weit rechts und dann fast unten, wenn man vor allen Einwürfen steht).

Vielen lieben Dank!

Was ist rechtlich zu beachten?

Bitte beachten: Damit jede Unterschrift zählt, müssen bitte die behördlichen Vorgaben (die genau von der Behörde überprüft werden!) beachtet werden, die insbesondere bestimmen:

https://www.hamburg.de/contentblob/15085198/a9bc195c22d61411df96f48503fa58cf/data/flyer-buergerbegehren-buergerentscheid.pdf

„Unterschriftsberechtigt sind alle Einwohner des Bezirks, die zur Bezirksversammlung wahlberechtigt sind, d. h. alle Einwohner des Bezirks, die mindestens 16 Jahre alt sind, die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit und den Hauptwohnsitz seit mindestens drei Monaten in Hamburg haben.“

Hier ist der Download zum Ausdruck unseres Bürgerbegehrens möglich (2 Seiten bitte beidseitig auf 1 Seite drucken):

Stellen, an denen unser Bürgerbegehren öffentlich zur Unterschrift ausliegt:

Weil man selbst Bürgerinitiativen nicht wirklich ernst nimmt, haben wir uns gemeinsam unter

  • Rund um die Uhr KEDENBURGSTRAßE 50 (Formularständer an der Eingangstür)
  • AM NEUMARKT 30 (nach vorheriger telefonischer Anmeldung)
  • wird fortgesetzt

Da man leider nicht einmal Bürgerinitiativen in ihrem ehrenamtlichen Engagement wirklich ernst nimmt, schlossen wir uns mit anderen Initiativen in Wandsbek (und davon gibt es inzwischen „leider“ einige) in der „Allianz Bürgerinitiativen WirWandsbek“ zusammen. Gemeinsam sind wir stärker:

https://wirwandsbek.de/

Insbesondere die ebenso betroffene Nachbarstraße, die „Rodigallee“ benötigt auch dringend Ihre Unterstützung:

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-rodigallee-fuer-den-erhalt-der-leistungsfaehigen-verbindungsstrasse

https://rodigallee.com/

Foto: Bürgerinitiative Rodigallee

Nur gemeinsam sind wir stark!

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