Jeden Tag ein Stück alter Baumbestand weniger

Foto: Bürgergruppe/-initiative Eichtal Quartier Hamburg

29.2.2023 Ein Baum nach dem anderen fällt für ein angebliches Plus an Sicherheit, die wohl keine ist.

Bei uns Anwohnenden „Am Neumarkt“ und den angrenzenden Straßen formen sich Protest und Widerstand gegen die umfassenden Baumfällmaßnahmen der Stadt Hamburg in der Straße Am Neumarkt.

Die politischen Entscheidungsträger scheinen sich für den Ausbau der Fahrradwege zu Lasten des alten Baumbestands entschieden zu haben. Die Anwohnenden erinnern nicht, dass jemals einer von ihnen dazu befragt wurde. Diese Entscheidung wurde wohl einfach über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen, die bereits seit Jahrzehnten unter den immer immenser werdenden Umwelt- und Verkehrsbelastungen tagtäglich zu leiden haben, die auch von den benachbarten Industrieansiedlungen ausgehen. Der alte Baumbestand hat viel Schmutz und Lärm der Industrieanlagen aufgefangen.

Dieser Abholzungspolitik fällt in den Tagen ein weiterer Baumbestand zum Opfer. Niemand aus der Politik ist vor Ort und erklärt uns Anwohnenden diese Entscheidung. Die Menschen, die dort seit vielen Jahren leben, haben nichts gegen bessere Fahrrad- und sichere Schulwege. Aber doch nicht so. Eine schlechte Situation kann doch nicht mit einer noch schlechteren aufgefangen werden. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch.

Dies ist nicht die erste umfangreiche Baumfäll-Aktion in dieser Straße. Schon in den vergangenen Jahren wurden für eine „bessere“ LKW-Zufahrt zum Schockladenwerk viele alte Bäume gefällt. Diese Fällungen erfolgten mit der veröffentlichten Zusage, hierfür würden im Ausgleich neue Bäume im Verhältnis 1 zu 1,5 auch in der Straße gepflanzt. Wie soll ein neuer Baum einen alten ersetzen? Und von den neuen Bäumen ist bislang wohl keiner zu finden. (Aktualisierung: Wir haben tatsächlich inzwischen ein „ersatzgepflanztes“, junges Bäumchen gefunden. Vielleicht können wir es in 10 Jahren als „Baum“ erkennen. Wo sind die anderen Ersatzpflanzungen für die im Sommer 2020 gefällten 7 alte Bäume?)

https://www.hamburg.de/wandsbek/pressemitteilungen/14181114/2020-08-07-strassenbaumassnahme-am-neumarkt/

Im Übrigen hat der erste Kahlschlag keine Entlastung in der Straße geschaffen. Fast allmorgendlich stehen die Schulkinder mit ihren Fahrrädern, der HVV und alle anderen, die zur Arbeit müssen im Stau, weil der starke LKW-Verkehr beispielsweise zum Schokoladenwerk nach wie vor die Kreuzung Am Neumarkt / Kedenburgstraße blockiert und teils zum Erliegen bringt. Was haben Radfahrer von besseren Velowegen, wenn sie wegen des Schwerverkehrs die Kreuzung nicht gefahrlos queren können? Schulkinder haben keine Hupen, von denen die wartenden Autos fast jeden Morgen zum Leidwesen der Anwohner lautstark Gebraucht machen. Hier werden u. E. für eine „Symbolpolitik“ nicht nur Steuergeld, sondern auch öffentlicher Baumbestand und ein Stück Umwelt und Heimat geopfert.
Was können, was wollen wir dagegen unternehmen?

#rettetamneumarkt

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