Viel größer als für uns Einkäufer*innen wird der Schock für die schon lange gebeutelten Mitarbeiter*innen gewesen sein. Mein Mitgefühl gehört euch/Ihnen. Wenn man trotz aller Zugeständnisse schon seit Jahren unter solch einem Damoklesschwert leben und arbeiten muss, kann man nur sagen: Respekt vor eurem Durchhaltevermögen und DANKE, dass ihr stets für uns da wart!!!
Jeder wird sich spätestens jetzt die Frage stellen, wie geht es mit uns persönlich weiter? Vielleicht gibt es in unseren Reihen Unternehmer*innen, die euch beispielsweise im Einzelhandel Perspektiven eröffnen können?
Dann kommt für uns Anwohner*innen die Frage dazu, wie geht es mit dem wertvollen historischen Gebäude weiter? Wer kommt da rein? Diese Fragen kommen jetzt neben den Unwägbarkeiten bezüglich des Wochenmarktes ja noch obendrauf.
Brauchen wir wirklich eine erneute Einzelhandelskette? Primark? Ich denke nicht. Ich denke auch nicht, dass eine Kette wie Primark sich interessieren wird. Die haben selbst zu kämpfen. Jede Innenstadt kämpft zur Zeit. Einige stehen schon quasi mit ihrem Leerstand vor dem Aus. Schaut euch mal an, was beispielsweise von Recklinghausen übrig geblieben ist. Warum? Weil die Menschen es satt sind, sich in jeder Innenstadt, in jedem Einkaufszentrum die selben Ketten mit der selben Ware anzusehen. Und den Rest des täglichen Bedarfs, das haben wir während Corona gelernt, kaufen wir leider übers Internet oder jagen zu später Stunde Lieferdienste für uns los. Punkt, Komma, Ende???
Was macht unser Leben in Wandsbek lebenswert? Ein toller Park, ja! Schöne historische Orte, ja! Tolle Menschen, ja! Aber dann? Wo gibt es Orte, wo man sich treffen kann? Sich unterhalten. Gepflegt sitzen, was trinken, was essen? Wo kann man was entdecken? Neue Kleidungsstücke? Ausstellungen? Multifunktionale Veranstaltungsorte? Einen Schneider, einen Schuster? Do-it-yourself-Werkstätten? Wir sollen, wir wollen ja nicht mehr alles gleich wegwerfen. Was geschieht mit den Marktbeschickenden, die während des geplanten Umbaus um ihre Existenz fürchten? Finden sie hier zukünftig einen Platz? Könnte ein Teil des Hauses eine quasi überdachte Markthalle für Regionales, Frisches und Nachhaltiges werden? Oder wollen wir warten, was uns Immobilienexperten und die üblich verdächtigen Fachleute irgendwann präsentieren? Wir wollen einen Ort, wo man was entdecken, sich treffen, sich einander helfen und wo man sich wohlfühlen kann. Wie seht ihr das?
Ein nostalgischer Blick weit zurück:
